Stellungnahme zur Anzeige der Bürgerinitiative Malmsheim in Renninger Stadtnachrichten vom 16.10.2014

Die Bürgerinitiative Malmsheim hat in den aktuellen Renniger Stadtnachrichten eine Anzeige geschaltet, die etliche Fakten ignoriert bzw. falsch darstellt. Ich habe mich deshalb veranlasst gesehen, in einem offenen Brief darauf zu antworten.

Brief Malmsheimer Bürgerinitiative 20141020V2

Roland Esken
Vorsitzender Verein Württembergische Schwarzwaldbahn e.V.

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10 Antworten auf Stellungnahme zur Anzeige der Bürgerinitiative Malmsheim in Renninger Stadtnachrichten vom 16.10.2014

  1. Birgit Rentelmann sagt:

    Auf der Facebook-Seite der Bürgerinitiative Malmsheim https://www.facebook.com/khbbr finden Sie eine ausführliche Stellungnahme / Antwort zu dem offenen Brief von Herrn Esken.

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrte Frau Rentelmann,
      in Ihrer Stellungnahme sind leider auch wieder unhaltbare Vermutungen enthalten, die ich gerne richtigstellen will.
      Ich selbst bin zunächst auch an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert und hatte dazu schon vor Monaten Herrn Polensky ein gemeinsames Treffen vorgeschlagen. Das wurde von seiner Seite aber abgelehnt. Ich erneuere diesen Vorschalg hier gerne nochmals, sehe aber in der von mir kommentierten Anzeige in den Renninger Stadtnachrichten keinen ermutigenden Ansatzpunkt.
      Zu den einzelnen Punkten:
      a) Dieselzüge
      Die letzte Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten stützt meine Aussage vom Tag davor, dass der Calwer Landrat sich um die „modernste Antriebtechnik“ für die HHB einsetzt. Es mag nun aus Verfügbarkeitsgründen dieser Technik in einem Übergangszeitraum zum Einsatz von Dieseltreibwagen kommen. Es ist in einem weiteren Artilkel des Schwabo die Rede davon, dass für die Übergangszeit RegioShuttle RS1 geleased werden sollen. Ich habe den Artikel mehrfach auf eine Aussage von Herrn Polenky überprüft, der von „veralteten Fahrzeugen“ der Kulturbahn ausgeht. Es ist lediglich die Rede davon, dass es sich um den gleichen Typ von Fahrzeugen handeln soll. Das mal abgesehen davon, dass die Fahrzeuge der Kulturbahn alles andere als veraltet sind.

      Das Projekt ist ansonsten meiner Kenntnis nach auch mit Elektrifizierung noch unterhalb der 50 Mio Marke kalkuliert.
      Die ursprüngliche Kostenplanung von etwa 80 Mio Euro ging noch von einer Weiterleitung der S-60 nach Calw aus. Dazu war es z.B. erforderlich, mehrere Bahnübergänge durch kostenträchtige Überführungen und entsprechende Rampen zu ersetzen, um dem Standard der S-Bahn der Region Stuttgart zu genügen. Weitere Einsparmaßnahmen wurden identifiziert und in das Betriebskonzept eingearbeitet.
      Durch das jetzt aktuelle Betriebskonzept konnten durch diese Maßnahmen signifikante Einsparungen erzielt werden, die den gesamten Kostenrahmen nun unter die magische 50 Mio Euro Grenze gedrückt haben. Dabei kann man keinesfalls wie Sie von Tricksereien reden. „Design to cost“ nennt man das im englischsprachigen Raum. Mit anderen Worten: Durch Beschränkung auf die betriebsnotwendigen Maßnahmen. Das ist nun so geschehen. Es ist nun an der neu beauftragten Gesamtprojektleitung, diesen Kostenrahmen auch einzuhalten.
      b) Die Faktoren sind das Ergebnis der standardisierten Bewertung und somit das offizielle Ergebnis dieses Verfahrens. Es ist an den Spezielisten des Landesverkehrsministeriums, die Plausibilität zu beurteilen. Siehe dazu auch meine Antwort zue einem anderen Komentar!
      c) Störungen im S-Bahn Verkehr
      siehe dazu meine Antwort zum vorhergehenden Kommentar
      d) Planfeststellungsverfahren
      Es ist nicht vorgesehen, bei einer Instandsetzung einer Bahnstrecke mit „schraubengleichem“ Verlauf ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen. Das gleiche gilt für den zusätzlichen Zugbetrieb auf einer Strecke (Beispiel Renningen – Weil der Stadt). Planfeststellungsverfahren werden im Zusammenhang mit geplanten Neubauten von Infrastruktur durchgefüht, und so ist es auch für die HHB vorgesehen, dort wo es zu neuen Bauten oder Veränderungen kommen soll. Laut Regierungspräsidium gibt es für den Rest kein „Bescheidungsinteresse“ und damit keine Notwendigkeit für ein solchen Verfahren.
      e) Lärmschutz
      Der aktuelle Lärmschutzplan der Stadt Renningen enthält zum Thema Bahn keine konkreten Informationen. Es heißt dazu lediglich:
      „Der vorliegende Lärmaktionsplan behandelt hauptsächlich den Themenbereich Straßenverkehrslärm. Der Bereich „Schiene“ wird nur informell behandelt (Lärmkartierung Schiene wird zu einem späteren Zeitpunkt vom Eisenbahnbundesamt (EBA) durchgeführt; wird frühestens Ende 2014 vorliegen). Vorschläge und Anregungen der Bürger zum Thema Schiene werden gesammelt und dem Baulastträger (EBA) übergeben.“
      Der Ball liegt also zunächst einmal auch bei der Stadt Renningen. Sicherlich wäre es aus meiner Sicht erforderlich, auch den S-Bahn Betrieb S6 / S-60 und den Schienengüterverkehr auf der Rankbachstrecke darin aufzunehmen. Es ist jetzt sicherlich müßig, im Vorfeld eines vorliegenden Ergebnis den Punkt weiter zu stressen.

  2. Norman Polensky sagt:

    Wir haben zu der Stellungnahme von
    Herrn Esken ausführlich Stellung bezogen
    Der Kernpunkt unser Kritik ist die voellige Intransparenz
    und die Verweigert vom Landratsamt Calw Auskünfte
    zu erteilen.
    Anfragen zur Standardisierten Bewertung werden
    genau so wenig beantwortet wie Stellungnahme
    zu einer kritischen Betrachtung aus bahntechnischer
    Sicht.
    Warum legt das Landratsamt Calw nicht alle Karten
    auf den Tisch
    Das ist die einzige Chance verloren gegangenes
    Vertrauen zurück zu gewinnen

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrter Herr Polensky,
      die Standardisierte Bewertung ist DAS Verfahren, wonach in Deutschland einschlägige Nutzen / Kosten Rechnungen durchgeführt werden. Nach meinem Wissensstand ist diese vom Landratsamt CW unter Beachtung der einschlägigen Richtlinien durchgeführt worden. Das Verständnis der komplexen Standy und ebensolcher Richtlinien setzt eine umfangreiche Einarbeitung in die Materie voraus, weil es sonst leicht zu Fehlinterpretationen kommen kann. Die darin erahrenen SpezialistInnen des Landesverkehrsministeriums haben sich nun mit der Standy auseinandergesetzt und sie im Prinzip akzeptiert. Es mag an der einen Stelle noch Nachfragen geben, die meiner Kenntnis nach aber zu keiner signifikanten Abweichung des Ergabnis führen werden. Eine offizielle Stellungnahme ist dann zu erwarten. Aus deisem Grund sehe ich auch keinen Sinn darin, jetzt ca. 70 Seiten Spredsheet zu veröffentlichen.
      Die bahntechnische Sicht, vor allen Dingen bezogen auf den Betrieb auf der Malmsheim – Weil der Stadt ist im Rahmen einer „Fahrplanrobustheitsprüfung“ von der zuständigen Stelle der DB durchgeführt worden. Eingeflossen in die betrachtung sind tatsächliche Verspätungsdaten der S60 aus mehreren Monaten. DAs Ergebnis in meinen Worten war: „gute Betriebsqualität“ sowie „keine signifikanten Auswirkungen auf die S-60“. Was soll man da nun mehr zu sagen?

  3. Werner Wicke sagt:

    Sehr geehrter Herr Esken,
    Sie fordern in Ihrem Brief, zur Versachlichung nicht mehr von Dreck-schleudernden Dieselloks zu reden. Landrat Riegger hat immer wieder von Dieselantrieb gesprochen, wir haben die öffentliche Erklärung des Calwer OB von der letzten Gemeinderatssitzung, dass der Dieselantrieb mit Sicherheit kommen wird. Sogar im letzten Artikel des SchwaBo steht, dass zunächst Dieselfahrzeuge verkehren werden – der Link steht auf Ihrer eigenen Website. Ich bitte Sie, das doch nicht bewußt zu ignorieren und das Gegenteil zu suggerieren. Das würde der Versachlichung dienen.

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrter Herr Wicke, mit meinem Ausdruck „Dreck schleudernde Dieselloks“ habe ich mich auf die Behauptung der BI Malmsheim bezogen, dass auf der Strecke Dieselloks zum Einsatz kommen sollen und dadurch die Anwohner durch Dieselruß belästigt würden. Im Logo der BI ist dazu eine in Bahnkreisen „Taiga Trommel“ genannte Lok gezeigt. Diese ursprünglich der DDR Raichsbahn gehörenden Loks sind eine russische Konstruktion aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhundert. Mit der Originalmotorisierung sind es nun wirklich Dreckschleudern gewesen. Die von der DB übernommenen Exemplare sind entweder neu motorisiert oder ausgemustert worden. Keine dieser Loks ist selbstverständlich für den Betrieb der HHB vorgesehen. Wenn es zu einem Dieselbetrieb kommt, so werden aller Vorraussicht nach RegioShuttle zum Einsatz kommen, die ja von etlichen Regionalbahnen bekannt sind, so auch in unserer Gegend auf der Kulturbahn (Nagoldtal), Schönbuchbahn und Ammertalbahn. Was die Abgaswerte betrifft, so unterscheiden sich diese wie ein moderner Agrarschlepper von einem alten Lanz Bulldog.

  4. Norman Polensky sagt:

    Je konkreter die Frage desto allgemeiner und
    Standardisierter die Antworten
    Das führt zu nichts.
    Die Klaerung muss auf anderer Stelle
    mit zuständigen Personen geführt werden

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrter Herr Polensky,
      ich habe versucht die Sachlage zu schildern soweit sie mir bekannt ist. Das Ihnen das nicht genügt nehme ich zur Kenntnis.
      Woran ich mich aber immer stören werde, ist wenn unhaltbare Behauptungen, z.B. die mit den ausrangierten Dieseltriebwagen, öffentlich in die Welt gesetzt werden, so wie in Ihrer Anzeige in den Renninger Stadtnachrichten am letzten Wochenende geschehen. Wenn Sie das dann auch noch als den „Sachstand“ betiteln, so fordert das meinen Kommentar heraus. Das gleich gilt z.B. auch für die Behauptung, die Projektkosten der HHB wären von den ursprünglich 80 Mio auf unter 50 Mio „heruntergetricks“ worden. In dem Punkt habe ich versucht, den Hintergrund der Kosteneinsparungen zu erläutern.

  5. Norman Polensky sagt:

    Sehr geehrter Herr Esken
    Ich habe heruntergestrickt geschrieben
    Sie machen daraus heruntergetrickst
    Sie sind sehr schnell mit Vorhaltungen und
    Unterstellungen falscher Angaben zur Hand
    Nicht mein Stil
    Auf die Expertise von HerrmmWoessner mit dem
    nachgewiesenen Störfaktoren
    Kein Wort
    So macht das Ganze kein Sinn

    Wie aus 0, 5 % auf wundersamer Weise durch eine
    einfache Durchblutung bis Renningen ohne jeden
    erkennbaren Nutzen eben mal schnell positive
    1, 35% werden
    Kein Wort
    So macht das keinen Sinn

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrter Herr Polensky,

      tatsächlich habe ich „getrickst“ gelesen wo Sie „gestrickt“ geschrieben haben. Ich nehme das „getrickst“ mit Bedauern zurück. Der Ausdruck „gestrickt“ birgt aber aus meinner Sicht auch den Vorwurf einer Manipulation. und dagegen habe ich meinem Komentar geschrieben.
      Bei den anderen Punkten kann ich mich nur an den offiziellen Sachstand halten und habe es deshalb unterlassen, einen weiteren Kommentar dazu abzugeben. Mich in die Ausarbeitungen von Herrn WWoessner einzuarbeiten hatte ich bisher schlicht keine Zeit. Da halte ich mich an die Ergebnisse der dafür zuständigen Stellen bei der Bahn.

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