Althengstett: Naturschützer können nicht wirklich punkten

Schwarzwälder Bote

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Die im Artikel genannte Zahl von knapp 7.000 Fledermäusen bei 13 Arten bedarf einer Erläuterung, um Missverständnissen zu begegnen.

Der Wert stammt nicht wie im Artikel zitiert von Herrn Kugelschafter aus den Jahr 2015, sondern aus einem mir vorliegenden Gutachten von Herrn Dr. Nagel vom November 2014. Vermutlich ist Frau Einfeld da am Samstag falsch verstanden worden. Gefangen wurden bei dieser Untersucheung durch Netzfänge am Forsttunnel 120 Individuen à Hochrechnung auf 1.654 überwinternde Individuen. Am Welzbergtunnel wurden 370 Individuen gefangen à Hochrechnung auf ca. 5.069 überwinternde Individuen. Es wurde also von insgesamt 490 festgestellten Individuen auf 6723 vermutlich vorhandenen Fledermäusen in beiden Tunneln geschlossen. Zwei von den zitierten 13
Arten (Mückenfledermaus und Mopsfledermaus) konnten dabei nicht nachgewiesen sondern nur vermutet werden.

In einem Abschlussbericht zum Scopingprozess aus dem Jahr 2011 bewertet Dr. Nagel die Anzahl für beide Tunnel selbst noch wie folgt: „Der geschätzte winterliche Bestand beläuft sich auf mindestens 1000 Fledermäuse von mindestens 11 verschiedenen Arten“.

Die jetzt eingesetzte Methode zur Zählung der Flugbewegungen an den Tunnelportalen bewertet Dr. Nagel in seinem 2014 Gutachten dabei noch als „wegen der schieren Größe der Tunnelportale leider nicht einsetzbar“.

Für mich tragen so die Aussagen von Dr. Nagel mehr zur Verwirrung bei als zu einer Klärung der Faktenlage. Ich begrüße es deshalb, dass nun zunächst mal das Ergebnis der laufenden Untersuchung abgewartet werden soll.

Roland Esken

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