NABU geht gegen Rodungen vor

Schwarzwälder Bote

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.calw-nabu-geht-gegen-rodungen-vor.95649cbb-bc37-442e-8df9-03851b983f4f.html

Zum aktuellen Stand 26. November: Das Landratsamt Calw hat eine Klageerwiederung beim Verwaltungsgrericht Karlsruhe eingereicht mit dem Antrag,

  • den Antrag des Nabu auf Erlass einer eintweiligen Verfügung abzulehnen und
  • dem Antragsteller die Kosten des Verfahren zu belasten

Es folgt eine Begründung, welche die Behauptungen des NABU im Detail widerlegt. Dabei wird auch auf die aktuellen Maßnahmen des Landkreis Calw eingegangen, bei der Rodung naturschutzrechtliche Belange zu berücksichtigen.

Aktuell 28.11.2016:

Der Text steht auf der Internet Seite der Hermann-Hesse-Bahn unter
http://www.hermann-hesse-bahn.de/download.php?file=439500fb9da24a79334db1904c244d11
zur Verfügung.

Ich erwarte das Ergebnis mit einiger Gelassenheit.

Roland Esken

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5 Antworten auf NABU geht gegen Rodungen vor

  1. Ernst Bareither, Weil der Stadt sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    als erstes gehört dem NABU die Gemeinnützigkeit entzogen. Wie die mit ihren Mitgliedsbeiträgen und Spendengelder umgehen und damit ständig Gerichte beschäftigen.
    Ich selbst war Anfang der siebziger Jahre als Fahrdienstleiter mit Kollegen beim Bahnhof Althengstett eingesetzt. Es gab es schon immer Fledermäuse in den Tunnel was von den Streckenläufern uns erzählt wurde. Ebenso wurde uns vom Lok- und Triebfahrzeugpersonal nie ein Aufprall auf die Windschutzscheibe gemeldet, die Tiere haben sich dem Eisenbahnbetrieb angepasst. Wahrscheinlich gibt es die Fledermäuse schon so lange wie diese Tunnel bestehen, also 145 Jahre. Jetzt zu den Rodungen an der Strecke. Wie soll eine Eisenbahnstrecke, die seit 1987 nicht mehr in Betrieb war und komplett mit Sträuchern und Bäumen zugewachsen ist, ohne diese Rodungen saniert werden? Früher bei der DB wurden die Bewüchse an den Bahndämmen mit Spritzmittel behandelt damit schon gar nichts wachsen konnte.
    Es gibt doch viele andere Gelegenheiten wo sich der NABU einbringen kann und soll und die viel wichtiger sind als Gerichte damit zu beschäftigen Einsprüche bei der HHB zu behandeln.

  2. polensky sagt:

    Die Natur hatte ueber 30 Jahre Zeit, nach der Stillegung der unwirtschaftlichen Schwarzwaldbahn, sich ihren ursprünglichen Charakter zurück zu erobern.
    Damit soll nicht gesagt werden, dass eine Reaktivierung ausgeschlossen ist. Allerdings kann Landrat Riegger nicht willkürlich verfahren, ohne Rücksprache mit den zuständigen Naturschutzbehoerden, Rodungs und Faellakttionen nach Gutduenken vorzunehmen.
    Es ist also nachvollziehbar, dass der NABU jetzt eingegriffen hat. Das Calwer Landratsamt muss sich fragen lassen, warum es die Zusammenarbeit nicht frueher vorgenommen hat.

    Ob schutzbeduerftige Entwicklungen stattgefunden haben muss doch vorher abgeklärt sein. Der Schwarzwaldbahnverein hat ja bereits im großen Umfang Fäll- und Rodungsaktionen vollzogen.
    Das Eingreifen des NABU jetzt ist mehr als
    [Anmerkung: An dieser Stelle endet der Kommentar etwas unvermittelt. R.E.]

    • Roland Esken sagt:

      Lieber Herr Polensky,
      der ursprüngliche Charakter der Natur auf der heutigen Strecke zwischen Calw und Weil der Stadt entstammt aus der Zeit vor dem deutsch-französichen Krieg. Seit 1865 gibt es einen Baubeschluss des Württembergichen Parlaments für die gesamte Bahnstrecke von Stuttgart-Zuffenhausen bis Calw. In den Folgejahren wurde die Strecke in einem rekordverdächtigen Zeitraum gebaut, wenn man dazu noch den eben erwähnten Krieg in Betracht zieht. Spätestens mit der Fertigstellung des letzten Abschnitts Weil der Stadt – Calw – Nagold im Jahre 1872 befindet sich dort die Infrastruktur für eine Bahnverbindung. Wenn Sie also in einer Anwandlung von Nostalgie gerne die Zeit zurück drehen wollen, so empfehle ich doch zunächst mal vor der eigenen Haustür anzufangen. Das Wohngebiet Hummelbaum in Renningen war zum Beispiel noch lange nach dieser Zeit nichts weiter als ein paar sumpfige Wiesen. Also zunächst mal den Hummelbaum rückbauen und die Frösche wieder einziehen lassen! Bei der Gelegenheit können dann auch die asphaltierten Straßen und Autobahnen, das Werk Sindelfingen von Daimler und andere Dinge wieder renaturiert werden. Das gab es ja auch zu der Zeit alles noch nicht. Mal ganz abgesehen vom Forschungszentrum der Firma Bosch, deren Shuttlebus mit der HHB demnächst einen barrierefreien, einen Steinwurf entfernten Umstieg aus dem Raum Calw erhält. Renningen könnte dann mangels Arbeitsplätzen und Infrastruktur leicht wieder auf die gemütlichen knapp 2.000 Einwohner schrumpfen, der Zahl aus der guten alten Zeit. Wir könnten Entfernungen dann ja auch wieder in Poststunden (13.000 Schuh = 3,62 km) messen statt in Kilometern oder Lichtjahren.

      Was die Vorgehensweise des Landkreises Calw in Zusammenhang mit der Rodung betrifft, so können Sie versichert sein dass dabei sehr wohl Belange des Natur- und Artenschutzes nach einschlägigen Gesetzen und Vorschriften berücksichtigt wurden. Details dazu können der Klageerwiederung entnommen werden, die mir im Text vorliegt.

  3. Norman Polensky sagt:

    Sehr geehrter Herr Esken,
    Warum gleich mit solchen Uebertreibungen von der eigentlichen Fragestellung ablenken. Der NABU sieht Belange des Naturschutzes im gegenwaertigen Zustand nicht beruecksichtigt und klagt. Die Gerichte werden dazu entscheiden. Ein normaler Vorgang. Es bleibt die Frage warum das Landkreisamt nicht vor der Aktion mit dem NABU gesprochen hat.

    • Roland Esken sagt:

      Sehr geehrter Herr Polensky,

      da kann man dann ja sicher auch berechtigt fragen, warum der NABU nicht vor der Einreichung der Klage mit dem Landratsamt gesprochen hat. Welche Maßnahmen zur Sicherung des Arten- und Naturschutzes vom Landratsamt getroffen wurden, kann jetzt aus der Klageerwiederung entnommen werden. Das hätte der NABU im Vorfeld auch leicht erfahren können.

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